Website bekommt keine Anfragen: die zwei Ursachen

Website bekommt keine Anfragen: die zwei Ursachen

Wenn eine Website keine Anfragen bekommt, liegt das an genau einer von zwei Stellen: Entweder kommt niemand auf die Seite, oder es kommt jemand und findet keinen Weg zur Anfrage. Von aussen sehen beide Fälle gleich aus, das Postfach bleibt leer. Sie verlangen aber das Gegenteil voneinander, und darum geht der erste Umbau so oft ins Leere. Die fünf häufigsten Bau-Ursachen dahinter stehen im Beitrag Website bringt keine Kunden.

Kommt überhaupt jemand auf die Seite?

Der erste Fall ist der stillere. Die Seite ist online, sie sieht gut aus, und trotzdem steht der Zähler bei fast null.

Ein Selbständiger beschreibt seine Lage im Netz so:

ich bin seit ein paar Monaten selbstständig in der Metallverarbeitung tätig (...) immer nur unter 5 Anfragen und tendenziell einen Auftrag pro Monat

Das ist kein Design-Problem, das ist ein Reichweiten-Problem. Und es hat einen mechanischen Grund: Eine Suchanfrage wird heute in viele Unterfragen zerlegt, und die Antwort wird aus den Quellen zu diesen Unterfragen zusammengesetzt. Google beschreibt diesen Mechanismus im Patent zum Query Fan-Out. Eine Seite, die nur behauptet, wer sie ist, deckt keine dieser Unterfragen ab und kommt gar nicht erst in die Auswahl.

In der Schweizer Suchnachfrage sieht man dasselbe Bild. «webdesign agentur schweiz» steht bei 170 Anfragen pro Monat, «website erstellen lassen kosten» bei 70, die Schweizer Variante davon noch einmal bei 30. Gesucht wird nach Bau, Werkzeug und Preis. Wer diese Fragen nicht beantwortet, fehlt genau dort, wo die Entscheidung anfängt.

Ob eine Seite in der Suche und in KI-Antworten überhaupt als Quelle vorkommt, ist eine Messfrage. Diese Analyse-Mechanik ist das Fachgebiet der Schwester-Brand Seonar, dort wird gemessen statt vermutet.

Was passiert zwischen Besuch und Anfrage?

Der zweite Fall ist der teurere. Die Leute sind da, sie lesen, und dann gehen sie wieder.

Der Weg zur Anfrage ist keine Frage des Formulars, sondern eine Kette von Stationen. Der Besucher muss verstehen, was Sie machen, für wen, in welcher Grössenordnung das liegt, was nach dem Absenden passiert und wer am anderen Ende sitzt. Bricht eine dieser Stationen weg, bricht der ganze Weg. Und die Konkurrenz besetzt diese Frage längst: beyondweb.ch rankt in der Schweiz unter anderem für «mehr anfragen über website».

UrsacheWoran Sie es erkennenWas hilft
Niemand kommtWenige Besucher, saubere Seite, leeres PostfachEigene Seite je Frage, Ortsbezug, Auffindbarkeit
Niemand fragt anBesucher da, Lesezeit da, trotzdem kein KontaktPreisrahmen, Ablauf, Gesicht, kurzer Weg zum Formular

Woran erkennen Sie, welche der beiden es ist?

Bevor irgendetwas umgebaut wird, braucht es die Trennung. Sie kostet zehn Minuten und entscheidet, welche Arbeit sich überhaupt lohnt.

Zehn Minuten, bevor Sie umbauen

  • Wie viele Menschen waren letzten Monat auf der Seite?
  • Steht auf der Startseite in einem Satz, was Sie für wen tun?
  • Findet ein Fremder in 30 Sekunden eine Grössenordnung zum Preis?
  • Ist der Kontakt von jeder Seite aus einen Klick entfernt?
  • Steht irgendwo, was nach dem Absenden passiert und wann?
Fünf Fragen, die die zwei Ursachen voneinander trennen.

Die erste Frage ist die wichtigste und die am seltensten gestellte. Ohne sie diskutieren Sie über Farben, während der eigentliche Befund eine Zeile weiter oben steht.

Und wenn die Anfrage ankommt, aber niemand antwortet?

Dann zählt sie nicht. Eine Anfrage ist erst eine Anfrage, wenn jemand darauf reagiert, und zwar am selben Tag.

Das ist der Teil, den keine Website für Sie löst. Ein Kontaktformular, das in ein Postfach läuft, das zweimal pro Woche geöffnet wird, produziert dieselbe Statistik wie eine Seite ohne Besucher: null. Und der Interessent, der keine Antwort bekommt, schreibt den nächsten an.

Die meisten Firmen bauen ihre Seite um, bevor sie wissen, ob überhaupt jemand da war. Das ist teuer und es beantwortet die falsche Frage. Meine Position dazu ist klar: erst zählen, dann bauen.

Was zuerst?

Zuerst die Zahl. Wie viele Menschen waren im letzten Monat auf der Seite, und wie viele davon auf der Kontaktseite? Zeigt der Zähler kaum Besucher, ist der Weg zur Anfrage nicht das Problem. Dann fehlt die Auffindbarkeit, und die Arbeit liegt bei Seiten, die echte Fragen beantworten, mit Ortsbezug für die Ostschweiz statt für den ganzen Markt.

Zeigt der Zähler Besucher, aber keine Kontakte, wurde die Seite gefunden und der Weg danach bricht. Diese Arbeit ist klein, konkret und meist in Tagen erledigt: Preisrahmen rein, Ablauf beschreiben, Gesicht zeigen, Formular kürzen. Wer sich unsicher ist, prüft es mit dem Marketing-Check an der eigenen Seite.

Beides gleichzeitig anzugehen ist möglich. Es ist nur die teuerste Reihenfolge, die es gibt.

Aus Substanz wird Signal.

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